Das berühmte Flatanger
Seit wir in Norwegen angekommen sind, fiebert Sigi dem berühmten Flatanger entgegen. Schade nur, dass er sich genau hier verletzt bevor er sich seine Sportkletterziele erfüllen kann.

Fahren und Warten

19.08.2019-21.08.2019 - Nach dem Frühstück brechen wir in Richtung Flatanger auf. Wir nehmen die Fähre von Kjøpsvik nach Drag und fahren dann Stunde um Stunde auf der E6 gen Süden. Bei Grong müssen wir die E6 verlassen. Dies nutzen wir um unsere Lebensmittel und unser Angelzeug aufzustocken, da wir nicht darauf vertrauen in den kleinen Ortschaften entsprechende Geschäfte vorzufinden.

Beim Klettergebiet Flatanger gibt es einen Tagesparkplatz, welcher NOK 50 pro Tag kostet und einen Campingplatz, welcher NOK 100 pro Nacht für jede Person kostet. Da wir erst nachmittags dort ankommen und für den nächsten Tag regnerisches Wetter vorhergesagt wurde, fahren wir wieder.

Bei einer Brücke probieren wir vergeblich unser Angelglück. Allerdings treffen wir dort ein paar deutsche Angler, welche uns einen sehr schönen Dorsch mit ca. 50 cm Länge schenken.

An unserem ersten richtigen Regen-Rasttag planen wir den Rest unseres Urlaubs und die Route retour. Sigi geht zwischendurch zum Angeln an den nahe gelegenen Steg und fängt einen richtig großen Pollack. Somit gibt es mehrere Tage hintereinander leckere Fischfilets zum Abendessen.

Standplatz 19.08.2019: N 65.8636, E 13.1829 (bei Mosjøen)

Standplatz: N 64.443453, E 10.740568 (nahe Flatanger bei Vik)

Klettern in Flatanger

22.08.2019-23.08.2019 - Elmo stellen wir auf dem Campingplatz in Flatanger ab und folgen ein paar anderen Kletterern zum Hauptsektor des Klettergebiets. Dort wollen wir uns mit Richard und Bernhard treffen. Im Klettergebiet lernen wir gleich einen netten Briten kennen, welcher mühsam mit Stöcken den Weg hinaufgegangen ist. Er hat sich eine Meniskusverletzung kurz vor dem Urlaub zugezogen und sein Physiotherapeut meinte, dass er nicht klettern kann. Allerdings hält ihn dies nicht davon ab eine 8a Route nach der anderen zu klettern. Bewundernswert oder irre, wir wollen nicht urteilen. Sigi nutzt die Gelegenheit, dass die Expressen bereits hängen, und probiert dessen aktuelle 8a Route. Die 8a Länge steigt er beim ersten Versuch fast durch, aber beim Boulderproblem der vorgelagerten 7b+ Länge (waagrechter Überhang) hat er aufgrund seiner Körpergröße Probleme. Er muss den Heel Hook extrem überstreckt und mit viel Kraftaufwand ausführen. Zum Aufwärmen für einen weiteren Versuch möchte er diese Stelle noch einmal ausbouldern. Plötzlich fährt ihm ein stechender Schmerz durch den hinteren Oberschenkel und er hört ein lautes Plopp-Geräusch. Er realisiert sofort, dass es mit dem schweren Klettern jetzt vorbei ist. Mit viel Mühe und Rastpausen schafft er es noch das Top zu erreich und die Expressen abzubauen. Kein leichtes Unterfangen wenn man im Überhang ein Bein nicht nach hinten belasten kann.

Um etwaige Bewegungseinschränkungen zu testen klettert Sigi an diesem Tag noch einige leichtere Routen. Abends nehmen die Schmerzen noch etwas zu, da hilft auch die warme Dusche nichts, also nimmt er vorsorglich Schmerzmittel und trägt eine Mischung aus Schmerzgel und Arnikasalbe auf.

Am nächsten Tag hat Sigi Schmerzen, aber wir sind im berühmten Flatanger und da will er nicht nur herumsitzen. Deshalb geht er mit Richard und Bernhard wieder leicht klettern. Ich gönne mir eine Pause und nutze das kostenlose WLAN am Campingplatz zum Tüfteln am Blog.

Nach diesem Tag kommen wir zu der Entscheidung, dass es aufgrund der Verletzung sinnvoller ist, leichtere Klettergebiete zu erkunden anstatt in Flatanger zu bleiben. Wir fahren noch vor dem Abendessen los. Die richtige Entscheidung: Wochen später stellt sich durch eine MRT heraus, dass der Sehnenansatz am Sitzbeinhöcker eingerissen wurde und mehrere Wochen absolute Schonung nötig sind.

An diesem Abend sehen wir immer wieder Elche auf den Wiesen direkt neben der Straße. Leider sind diese sehr scheu. Sobald wir aussteigen, ziehen sie sich in den Wald zurück. Wir können sie nur aus dem Auto fotografieren.

Standplatz: N 64.496051, E 10.817864 (Climb Flatanger Campingplatz)

Erkenntnisse

  • Verletzungen der Muskeln bzw. Muskelfasereinrisse sind ein häufiges Problem bei Heel Hooks (laut Internetrecherche). Diese treten vorwiegend beim Bouldern auf.
  • Tipp von Richard: Schmerzgel und Arnikasalbe auf die Zerrung. Diese danach mit Frischhaltefolie und evtl. Alufolie umwickeln. Wirkt Wunder.
Verfasst von Barbara