Sind wieder kurz weg
Wir haben noch keine Heckbox montiert, aber wir wollen den Sommer nutzen und machen uns daher auf den Weg. Ein bis zwei Monate lang wollen wir von einem schönen Platz zum nächsten fahren. Unser erstes Ziel sind die Cinque Torri in den Dolomiten.

Plan vs. Realität

03.07.2020-04.07.2020 - Eine Woche vor der geplanten Abfahrt hat mein kleiner VW Polo einen Motorschaden. Natürlich steht Elmo, unser VW T4, zu dieser Zeit gerade auf der Hebebühne. Sigi tauscht ein paar Teile, damit dieser urlaubsfit ist. Diese Teile hätte ich mit dem Polo abholen sollen … liebenswerter Weise leiht uns unsere Familie ein Auto.

Fahrt

Elmo fahrbereit zu machen dauert wieder länger als geplant. Also kommen wir nicht vormittags sondern erst gegen 16:30 Uhr von Fuschl am See los und erledigen die finalen Einkäufe. Dementsprechend spät gibt es Abendessen auf einem Feldweg kurz nach Liezen. Wären wir noch ein paar Minuten weitergefahren, hätten wir einen tollen Standplatz beim Kriegerfriedhof (ital. Cimitero di Guerra) im Nationalpark Fannes-Sennes-Prags gehabt. Zumindest können wir am nächsten Morgen dort sehr ausgedehnt frühstücken.

Standplatz: N 46.6765, E 12.2221; Parkplatz beim Kriegerfriedhof

Ein Standplatz schöner als der andere

Nachmittags kommen wir bei unserem geplanten Ziel an. Wir stehen auf einem Parkplatz mit Blick auf die Tofana di Rozes im Nationalpark Dolomiti d’Ampezzo.

Standplatz: N 46.5228, E 12.0641; Parkplatz bei der Tofana di Rozes

Während der Planung für die nächsten Tage stellen wir fest, dass die Straße zu den Cinque Torri offen ist. Am Ende der kleinen Straße gibt es Parkplätze von welchen sich manche als Standplatz für die Nacht eignen. Der Zustieg verkürzt sich dadurch von mehr als 1,5 Stunden auf 15 Minuten. Außerdem ist die Aussicht fantastisch. So lässt sich das Abendessen noch besser genießen.

Standplatz: N 46.5094, E 12.0578; Parkplatz bei den Cinque Torri

Zum Start den Torre Grande

05.07.2020 - Die Gipfel der Cinque Torri können über viele verschiedene Touren in den unterschiedlichsten Schwierigkeitsgraden und Längen erreicht werden. Zum Eingewöhnen an die Kletterei in den Dolomiten wählen wir die Tour Diretta Dimai (VI+, 7 SL) auf dem Torre Grande Cima Sud. Von unserem Standplatz aus brauchen wir 15 Minuten bis zum Einstieg. Vor uns sehen wir eine Dreierseilschaft in der Tour, welche wir gerne überholen würden. Deshalb steigen wir ein, kurz nachdem sie den Stand verlassen haben. Zum Eingewöhnen ist die erste Seillänge nicht gut, weil diese ziemlich abgespeckt ist. Die Schwierigkeit beschränkt sich zwar auf den fünften Grad, aber dieser fühlt sich definitiv härter an. Danach wird die Tour mit jeder Seillänge schöner. Beim Quergang biegt die andere Seilschaft falsch ab und folgt einer kürzeren und leichteren Route. Somit haben wir freie Fahrt bzw. Kletterei. Die fünfte Seillänge ist wirklich sehr schön. Danach folgt die VI+ Seillänge mit einer kurzen kräftigen Schlüsselstelle, welche durchaus kletterbar ist. Die Absicherung ist generell sehr gut. Einzige Ausnahme ist die erste Seillänge.

Nach sieben Seillängen stehen wir knapp unterhalb des Südgipfels. Über den Normalweg kommen wir auf das Gipfelplateau des Torre Grande Cima Sud. Die Aussicht auf die umliegenden Dolomitengipfel und die grünen Täler ist einfach grandios. Wir lassen den Blick schweifen und genießen den Moment. Nach einem kurzen netten Plausch mit der Dreierseilschaft, welche wir auf dem Gipfel wiedersehen, seilen wir uns dreimal im Spalt zwischen Cima Sud und Cima Nord ab. Alles in allem ist es eine schöne Tour bei angenehmen Temperaturen.

Erkenntnisse

  • Die Dolomiten sind wirklich ein Traumziel für jeden Kletterer und Bergsportler.
  • In den Dolomiten sind auch die Touren in den leichten Schwierigkeitsgraden steil.
  • Vorsicht ist bei den Höhenkontrollen zu manchen Parkplätzen und Zufahrten zu Berghütten geboten. Die Höhe ist meistens auf 2,50 m oder 2,40 m beschränkt.
Verfasst von Barbara