Klettern bei Oslo
Bei Oslo klettern wir in zwei tollen Gebieten, welche von Wäldern umgeben sind und einen Blick auf die wunderschönen Seen und Flüsse der Gegend erlauben. Nur die Stechmücken und der Hunger motivieren abends zum Heimgehen.

Hauktjern

22.07.2019-23.07.2019 - Am Sonntag kommen wir auf dem Parkplatz des Klettergebiets Hauktjern an. Der Parkplatz liegt direkt an einem wunderschönen See umgeben von Wald. Da es erst ab 22:00 Uhr etwas dunkel wird, haben wir genug Zeit uns einen schönen Standplatz zu suchen und die Gegend noch etwas zu erkunden.

Wir starten unseren ersten richtigen Urlaubstag mit einem ausgedehnten Frühstück. Sigi macht Pfannkuchen (natürlich Laktose frei) und ich kann inzwischen mein Reisetagebuch beginnen. Da es nachts noch etwas geregnet hat, gehen wir erst am frühen Nachmittag los in Richtung Klettergebiet. Da es sich um ein Naherholungsgebiet von Oslo handelt, sind die Hauptwege breit und gut gepflegt. Wir müssen nur die letzten paar Hundert Meter auf Waldwegen umgeben von Heidelbeeren zurücklegen. Die vorderen Sektoren sind gut erreichbar. Der Abstieg zu den hinteren Sektoren gestaltet sich etwas schwieriger, da beide möglichen Varianten steil und rutschig sind. Die beste Variante ist jene durch eine enge Spalte im Boden. Wir klettern in den hinteren Sektoren, da uns diese abwechslungsreich erscheinen mit einem guten Mix aus Routen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden. Die Bewertungen der Routen erscheinen uns hart. Zudem finden wir die Topos im Kletterführer Climb Norway teilweise unklar. Sigi steigt am ersten Tag in eine durch Bohrhaken abgesicherte Route ein, welche nach einem Überhang in eine Trad-Route ohne jegliche Absicherung übergeht. Am nächsten Tag versucht er sich an einer 6a-Trad-Route. Die Züge sind jedoch viel zu hart für diesen Schwierigkeitsgrad. Also fragen wir ein norwegisches Pärchen, ob wir einen Blick in ihren lokalen Kletterführer werfen dürfen. Es stellt sich heraus, dass die Trad-Route als 7b beginnt und dann in eine 6a übergeht. Außerdem stimmen die Schwierigkeitsbewertungen bei manchen Routen nicht überein. Im Kletterführer Climb Norway wurden die norwegischen Bewertungen in die französische Bewertungsskala übersetzt, aber anscheinend nicht einheitlich und mit einer speziellen Übersetzungsskala. Insbesondere die Routen in den Schwierigkeitsgraden von 6a bis 6c sind davon betroffen.

Bei Temperaturen von über 25 Grad bevorzugen wir das Klettern im Schatten und schließen die Klettertage mit einem Bad im See ab. Manche der lokalen Kletterer gehen erst nach 18:00 Uhr ins Klettergebiet und bleiben dafür bis nach 22:00 Uhr, da es die Lichtverhältnisse hier erlauben.

Standplatz: N 59.8894, E 10.8636

Hammer‘n

24.07.2019 - Am Mittwoch fahren wir nach Hammer’n weiter. Nach einer kurzen Fahrt von ca. 30 Minuten bietet sich uns eine sehr schöne Aussicht über einen Fluss. Das Klettergebiet ist klein, aber fein mit abwechslungsreichen Routen auf einem rauen Fels. Außer uns sind nur ein finnisches und ein spanisches Pärchen im Klettergebiet, mit welchen wir über ihre bisherigen Erfahrungen in Norwegen plaudern.

Standplatz: N 59.9897, E 11.2086

Erkenntnisse

  • Ein langes und ausgedehntes Frühstück ist ein guter Start in den Urlaub.
  • Der Tagesablauf sollte an die Temperaturen angepasst werden. Das Klettern kann am späten Nachmittag starten und bis mindestens 21:00 Uhr ausgeübt werden.
  • Im Kletterführer Climb Norway sind die Routen in den Schwierigkeitsgraden von 6a bis 6c teils anders bewertet als in den lokalen Kletterführern.
  • Jede Route VORAB genau ansehen, weil eine Sport-Kletterroute mit Bolts in eine Trad-Kletterroute übergehen kann.
  • Viele Trad-Routen sind völlig clean und haben auch keinen Umlenker. D. h. eine zweite Person muss nachklettern und die Ausrüstung einsammeln. In manchen Gebieten ist es möglich oben einen Standplatz zu bauen, an diesem abzulassen und diesen beim Verlassen des Klettergebiets von oben abzubauen und mitzunehmen.
  • Der Kletterer sollte seinen Sicherer zu langer Kleidung nötigen und diesen großzügig mit Anti-Stechmückenspray einsprühen.
  • Tipp von NorwegerInnen: Erst im August zu den Lofoten fahren, da bis Ende Juli dort zu viele Stechmücken und Touristen sind.
Verfasst von Barbara